Historische Fenster

Komprimierte historische Fachartikel von Prof. Dr. Heike Wüller und weiteren Autoren/-innen

Foto: ViWa

+ + +  02/1966 - Die Polizei Köln stellt die ersten "Weyerlinge" ein  + + +  03/1989 - Erstes Bonner Polizeigespräch + + +  04/1989 - Gründung des ZPD NRW  + + +  05/1927 - Geburtstag von Dr. Kurt Gintzel  + + +  06/1964 - Das Flammenwerferattentat von Köln-Volkhofen  + + +  06/1974 - Polizeiarbeit anlässlich der Fußball-WM in Deutschland  + + +  09/1995 - Schwule bei der Polizei - Antidiskriminierung wird Thema bei der GdP  + + +  10/1954 - Hans Kirchhoff wird Leiter der Wasserschutzpolizei  + + +  11/1999 - Das Neue Steuerungs- und Führungssystem der Polizei NRW wird von Fritz Beherens vorgestellt  + + +  12/1999 - Der Finale Rettungsschuss beendet eine Geiselnahme in Aachen  + + +  02/1980 - Kurt Litschka, Herbert Hagen und Ernst Heinrichsohn werden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt  + + +  04/1995 - Der erste Castor-Transport erreicht das Zwischenlager Gorleben  + + +  05/1975 - Todestag von Walter Pauli und Philip Sauber in Köln  + + +  08/1955 - Erstes Schützenfest der "Festkasse Polzeiwache Emsdetten"  + + +  08/1976 - Die FHöV NRW nimmt Lehrbetrieb auf  + + +  11/1990 - Das Abkommen zwischen der Regierung des Landes Brandenburg und NRW über umfassende Zusammenarbeit wird unterzeichnet  + + +

Die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW nimmt den Lehrbetrieb auf

 

von Benjamin Fritz M.A.

 

Das Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (FHöV NRW) soll die zukünftigen Beamtinnen und Beamten des nichttechnischen gehobenen Verwaltungsdienstes auf ihre berufliche Tätigkeit vorbereiten. Das ist eine große Aufgabe, denn: Damit ist nicht weniger als der gesetzliche Anspruch verbunden, „die Studierenden zu verantwortlichem Handeln in einem demokratischen und sozialen Rechtsstaat [zu] befähigen“ (§ 3 Abs. 1 S. 2 FHGöD). Das Verständnis, wie dieser Bildungsauftrag zu erfüllen und was unter dem unbestimmten Begriff des

„verantwortlichen Handelns“ zu verstehen sei, hat sich während des  40-jährigen  Bestehens der FHöV NRW immer wieder gewandelt.  Dieser Wandel steht in einem Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Entwicklungen einerseits und den damit einhergehenden Verwaltungsmoder-nisierungen andererseits, die jeweils veränderte Anforderungen an die Kompetenzen der Verwaltungsbeamtinnen und –beamten zur Folge hatten.  So entwickelte sich das Beamtenideal  allmählich vom juristisch versierten Bürokraten über einen ökonomisch handelnden Dienstleister bis hin zum bürger- und gemeinwohlorientierten, sozialkompetenten Sachbearbeiter. Am Wandel des Curriculums der FHöV NRW lässt sich dieser (Werte-)Wandel der öffentlichen Verwaltung eindrucksvoll ablesen. ...weiter geht´s in der Broschüre

 

 

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8. Mai 1927:  Geburtstag von Dr. Kurt Gintzel

 

von Prof. Dr. Heike Wüller

 

Der Einstieg ging gehörig schief: „Sie können froh sein, dass Sie so dusselig sind, sonst würde ich Sie jetzt anzeigen!" Vom allzu beherzten Einschreiten seines neuen Mitarbeiters wenig erfreut, erteilte der Vorgesetzte dem jungen Schutzmann Kurt Gintzel zunächst eine gehörige Abfuhr. Der hatte, aus der Überzeugung heraus, dass man nur dann ein richtiger Polizist wird, wenn man sich durchsetzt, kurz zuvor eine Gruppe von Sängern der Bielefelder Meisterschule unter Einsatz seines Holzknüppels mit auf die Wache genommen. Grund: Ruhestörender Lärm. „Noch dümmer ging es gar nicht“, kommentiert Kurt Gintzel sein Verhalten von damals, Ende der 1940er-Jahre, heute. Es war auch das Ergebnis einer Ausbildung, die den Namen nicht verdiente. Schnell lernte Kurt Gintzel, in hohem Maße zur kritischen Reflexion nicht nur befähigt, sondern auch stets bereit, im täglichen Dienst,  welche Richtschnur der Arbeit eines Polizisten im Rechtsstaat Orientierung gibt: „Demokratie lebt von der Überzeugung durch das Wort.“

 

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Dr. Kurt Gintzel hat maßgeblich das Versammlungsrecht in NRW geprägt. Lesen Sie dazu auch in Polizeigeschichte kompakt - koordiniert

 
 

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Februar 1966: Die Kölner Polizei stellt die ersten „Weyerlinge“ ein

 

Prof. Dr. Heike Wüller

 

Not macht erfinderisch. Akuter Personalmangel veranlasste die nordrhein-westfälische Polizei in den 1960er Jahren, sich verstärkt dem Thema Nachwuchswerbung zu widmen. Die jungen Männer, die jetzt in dem Alter waren, sich um eine Stelle als Polizeianwärter bewerben zu können, stammten aus den geburtenschwachen Kriegs- und Nachkriegsjahrgängen. Auf dem Arbeitsmarkt hatten sie weitgehend freie Auswahl, das vielzitierte Wirtschaftswunder verschaffte Westdeutschland ab dem Ende der 1950er Jahre Vollbeschäftigung. Im Gegensatz zur freien Wirtschaft, die den Arbeitskräftemangel durch die Einstellung von Arbeitnehmern aus dem Ausland, den „Gastarbeitern“, auszugleichen suchte, blieb der Polizei allein der Zugriff auf den deutschen Nachwuchs. Als Arbeitgeber konkurrierte sie zudem verstärkt mit der 1956 gegründeten Bundeswehr. Um sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten, intensivierte die Polizei schließlich massiv die Personalwerbung und öffnete sich für neue Zielgruppen. Der nordrhein-westfälische Innenminister Willi Weyer (1917-1987) startete im Januar 1965 die Aktion „Lebensältere Bewerber“. Gesucht wurden jetzt ‚gestandene‘  Männer zwischen 26 und 35 Jahren, die aus anderen Berufen kommend in die Polizei wechseln wollten. Und auch Bewerber aus der Bundeswehr und dem 1951 gegründeten Bundesgrenzschutz waren willkommen, sofern sie das 32. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten. Die Einstellungszahlen verdeutlichen: Die „Weyerlinge“, wie die lebensälteren Anwärter schnell genannt wurden, waren keineswegs nur eine kleine ‚Ersatzreserve‘ der nordrhein-westfälischen Polizei. 1965 rekrutierte diese vielmehr fast die Hälfte ihrer Neueinstellungen aus älteren Bewerbern, 1966 waren es immerhin noch knapp ein Drittel.

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Mehr Meldungen aus den 1960er Jahren in Polizeigeschichte kompakt.

 

 

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