Virginia Woolf. Ein Zimmer für sich allein. Aus dem Englischen von Christel Kröning. (Anaconda Verlag) München 2020

Homeoffice hat hervorgebracht, was wir ohnehin längst wussten: Wer etwas geistig Wertvolles schaffen möchte, braucht „A Room of One’s Own“. Die englische Schriftstellerin Virginia Woolf (1882-1941) nutzte diese Erkenntnis für die Gestaltung des wegweisenden Titels ihres 1929 veröffentlichten feministischen Essays, in dem sie anschaulich und engagiert darlegt, dass Frauen Privatsphäre, geistiger Freiraum, Vermögen und Zugang zu (universitärer) Bildung, kurz: die notwendigen Voraussetzungen für die intellektuelle Betätigung des (literarischen) Schreibens, über Jahrhunderte hinweg (von Männern) verwehrt oder nur halbherzig gewährt worden sind. Woolf fordert, dass Frauen nicht mehr nur Gegenstand der poetischen Betrachtungen von Männern sein sollten, sondern selbst schöpferisch tätig werden und ihre eigenen Erfahrungen und einen spezifisch weiblichen Blick auf die Welt in ihren Texten niederlegen, nicht zuletzt auch um Vorbild zu werden für ihre Nachfolgerinnen. Weltweit bekannt ist Woolfs Text auch heute mitnichten ganz überholt.

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