Die deutschen Räuberbanden. In Originaldokumenten herausgegeben und kommentiert von Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz. (Sammlung Historica Eichborn Verlag) 3 Bände (Band 1: Die großen Räuber, Band 2: Die rheinischen Räuberbanden, Band 3: Von der Waterkant bis zu den Alpen) Frankfurt/Main 1991 (nur noch antiquarisch erhältlich)

„Clankriminalität“ – wirkmächtiges Wortungetüm unserer Zeit. Dabei:  Das Phänomen von durch „Banden“ begangene Straftaten ist gar nicht so neu. Heiner Boehncke, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Professor für Literaturwissenschaft, und Hans Sarkowicz, Kulturredakteur und „seit seinem fünften Lebensjahr intensiv mit Räubern“ beschäftigt, wie der Klappentext der Publikation uns wissen lässt, haben in drei gewaltigen Bänden zwischen 1770 und 1850 entstandene, sich aus persönlichen Erinnerungen oder aus Verhörprotokollen speisende  Aufzeichnungen von Justizbeamten zusammengetragen, die einen lebhaften Eindruck vermitteln vom Wirken deutscher „Räuberbanden“, wie etwa der des „Schinderhannes“. Die Texte zeichnen ein Bild von Not und Armut in diesen Zeiten und machen deutlich, wie die das Verbrechen verfolgenden Staatsdiener Tatverdächtige und verurteilte Täter sahen und behandelten: Mitnichten verkörperten sie das strenge Regiment, den starken Staat, der schnell und ohne Gnade straft, sondern mühten sich redlich auch um Verständnis und Verstehen. Aufklärung als Geisteshaltung!

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