Die zukuftsfähige Verwaltung passt sich fortwährend an gesellschaftliche Entwicklungen an. Sie verändert ihr Gesicht oder erfährt Veränderung durch politische und gesellschaftliche Ereignisse.

 

Wir beschäftigen uns mit den Veränderungsanlässen, -potenzialen und -prozessen in der öffentlichen Verwaltung.

 

Wir unterstützen durch Beratung, Konzeption, anwendungsorientierte Forschung, die Entwicklung von Materialien und Medien, durch Moderation und Impulsvorträge.

 

Und wir begeistern uns für Dialog, z.B. im Rahmen von Veranstaltungen mit Impulsgebern/-innen und Zeitzeugen/-innen.

 

 

Dokumentation (40 Seiten) mit allen Vorträgen - Bildklick

Rückblenden - Erinnerungen an den 9.Mai 1975

"Durch die Vorträge wurde ich an verschüttete Ereignisse meiner eigenen Vergangenheit erinnert. Ich erinnerte mich selbst an Kontrollen mit Maschinenpistole. Ich war buchstäblich durch die Inhalte der Veranstaltung ergriffen. Damals herrschte ein schwarz/weiß Denken. Man hätte miteinander reden müssen. Das Opfer und der Täter sind jetzt im Alter meiner Kinder. Aus dieser Perspektive sieht der Sachverhalt jetzt für mich ganz anders aus. Sehr beeindruckend waren die historische und die psychologische Analyse. Die beiden Vorträge boten überraschende Einsichten. Eine derartige Aufbereitung ist ungeheuer wichtig. Die Ereignisse sind immer noch aktuell."

V i W a - I M P U L S   |   Mai  2020

1980 - Polizisten lernen Türkisch

 

Im Jahr 2012 betrug der Anteil junger Menschen mit Migrationshintergrund unter den Studienanfängerinnen und -anfängern im Polizeivollzugsdienst 11,5%. Das belegt: Im 21. Jahrhundert hat sich die Polizei NRW glaubwürdig interkulturell geöffnet. Darüber hinaus gab es in allen Jahrzehnten interessante Beispiele für Integrationsbemühungen. Sie veranschaulichen im Kleinen wie im Großen die wichtige Brückenfunktion, die die Polizei zwischen  Zugewanderten  und  Aufnahmegesellschaft einnimmt: 1977 beispielsweise betreute die Polizei NRW landesweit 12.019 ausländische Kinder im Rahmen der Verkehrserziehung. Auch  Erwachsene gehörten zur Zielgruppe. So erhielten „Gastarbeiter“ bereits 1964 – auch wenn die Art der Umsetzung uns nachdenklich stimmen sollte – Unterweisung für die Teilnahme am Straßenverkehr. In den 1970er Jahren bot die Münsteraner Polizei in Kooperation mit dem Stadtdekanat der Katholiken monatelang Aussiedlerfamilien einmal pro Woche Informationsveranstaltungen bei Kaffee und Kuchen an – anlässlich der Auftaktveranstaltung trug der Polizeichor Münster Lieder vor. Die WAZ berichtete 1980 über den Duisburger Beamten Aloys Schulte-Holthaus, der, wie viele seiner Kollegen, türkische Familien beim Ausfüllen diverser Formulare, z.B. für Versicherungen und Ämter, unterstützte: „Ohne die Polizisten hätten viele Türken den Papierkrieg schon verloren“.

 

Der Innenminister Dr. Burkhard Hirsch erkannte die Scharnierfunktion der Polizei und führte 1980 zur Verbesserung des Kontakts zwischen Polizei und türkischer Bevölkerung ein dreistufiges Seminarangebot für Polizeibedienstete ein. Neben einem landeskundlichen Kurs, an dem in den ersten zwei Jahren 300 Polizisten teilnahmen, absolvierten im Anschluss 100 Beamte den vierwöchigen „Türkischen Sprachunterricht“ (gefolgt von einem Intensivkurs mit Fernstudium). Dass sich die Polizei darüber hinaus um ein reifes Antidiskriminierungsbewusstsein bemühte, bewies 1986 auch sein Nachfolger im Amt Dr. Herbert Schnoor. Nach Gesprächen mit Vertretern des Zentralrats der deutschen Sinti und Roma formulierte dieser in einem Erlass, dass Angaben über die Volkszugehörigkeit von Strafverdächtigen Diskriminierungen darstellen, die Vorurteile verstärken oder wecken. Er bat darum,  „… die Bezeichnung von tatverdächtigen Sinti und Roma als Zigeuner, den Hinweis bei solchen Tatverdächtigen auf ihre Zugehörigkeit zu den Sinti und Roma sowie deren Kennzeichnung als Landfahrer zu unterlassen“. Dies gelte auch bei Mitteilungen gegenüber Dritten einschließlich der Presse.

 

Lesen Sie mehr in unserem Kurz-Profil unter Impulse + Exkurse. Unsere sonstigen ViWa-IMPULSE finden Sie hier!

 

Wandel verstehen und leben

 

Rekonstruieren wie Wandel sich in der öffentlichen Verwaltung vollzogen hat, aktuelle und zukünftige Veränderungen, Reformen oder Umbrüche in Augenschein nehmen, begleiten, evaluieren usw.

 

Wir forschen interdisziplinär, bündeln Informationen, unterfüttern Veränderungsprozesse oder überprüfen deren Wirksamkeit.

 

Sie sind einfach auf der Suche nach Impulsen? Auch dann sind Sie hier richtig! 

 

D i a l o g

 

Grenzen überwinden, Brücken bauen, Akteure zusammen bringen, gemeinsam Lösungen finden oder Wege zusammen gehen.

 

Unser Angebot: Konzeption, Planung und Organisation von Veranstaltungen, Ausstellungen, Schulungen, Fachlichem Austausch usw.

 

Gestalten Sie mit uns einen fruchtbaren Dialog über eine Verwaltung, für die Veränderung selbstverständlich ist - zum Beispiel zu Themen wie Interkulturelle Öffnung oder Führung

 

Erinnerungen und Geschichte(n)

 

Verwaltung mit Leben füllen und Erfahrung sichtbar machen. Uns interessieren die persönlichen Geschichten und Biographien von Menschen, die Veränderung und Wandel nach vorne gebracht haben.

 

Im Polizeibereich waren wir schon sehr aktiv. Die Landesverwaltung wollen wir zukünftig stärker beleuchten. 

 

Werden Sie Zeitzeuge/-in für unsere Erinnerungsforschung

 

zuletzt aktualisiert am 31.05.2020

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