Publikationen

Mobiles Arbeiten und Corona, Befragung in fünf Landesbehörden NRWs

Martina Eckert - 2021

 

Im Frühjahr 2020 sah sich die Landesverwaltung NRW wie viele andere Behörden, Einrichtungen und Institutionen gezwungen, sich spontan auf flexible Arbeitszeitmodelle einzustellen. Wegen der Covid-19 Pandemie wurden verschiedene Formen der mobilen Arbeit sowie klassische Telearbeitsformen jenseits bestehender Dienstvereinbarungen erweitert oder etabliert. Daraus ergaben sich vielfältige Herausforderungen für Führungskräfte und Mitarbeitende. Insbesondere für Familien mit Kindern war parallel zur Arbeit im Homeoffice zeitweise die Kinderbetreuung sicherzustellen.

 

Studien belegen, dass die Zwangslage allerorten die digitalen Fähigkeiten erweitern sowie die Akzeptanz gegenüber flexiblen Arbeitsformen und digital unterstützten Arbeitsmethoden erhöhen konnte (DAK, 2020).

 

Der Zeitpunkt für die Erhebung von Umstellungseffekten war nach dem ersten Lockdown 2020 günstig. Die spezifischen Erfahrungen in der Landesverwaltung Nordrhein-Westfalens konnten Dank der Unterstützung von 5 Landesbehörden bei einer sehr kurzen Vorlaufzeit von acht Wochen im zweiten Halbjahr 2020 erhoben werden. Es beteiligten sich zwei Landesministerien, eine Bezirksregierung und zwei nachgeordnete Behörden. Die Ergebnisse wurden in einem umfangreichen Bericht zusammengefasst.

 

 

Ergebnisse kompakt
2021-07-28 Präsentation Mobiles Arbeiten[...]
PDF-Dokument [1.7 MB]

Mobiles Arbeiten in der Verwaltung

Martina Eckert - 2020

 

Die DAK veröffentlichte im Juli 2020 ihre Sonderauswertung zum Homeoffice in der Corona-Zeit (pdf siehe unten). 72% der Befragten aus dem öffentlichen Dienst gaben an, dass in ihren Behörden in großem Umfang mobiles Arbeiten eingeführt wurde. Die Verwaltung liegt auf Platz 4 hinter den Banken, der Chemieindustrie und der Kommunikationsbranche. Insgesamt stieg seit März 2020 der Anteil derer, die im Homeoffice arbeiten um 116% von 18% auf 38%. Die Grafik fasst einige DAK-Ergebnisse zusammen, Entwurf: Eckert.

 

Die Verwaltung bietet zurzeit noch überwiegend die klassische Telearbeit an, bei der feste Tage pro Woche auf der Basis so genannter Dienstvereinbarungen schriftlich vereinbart werden. Doch mobile Formate sind im Kommen. Mobile Arbeitstage werden i. d. R.  spontaner genutzt. Mobil arbeiten kann man bei diesen Option anlasslos, also auch wenn man keine Betreuungspflichten nachweisen kann oder als Führungskraft.

 

Diese und viele andere Ergebnisse stammen aus der Inhaltsanalyse von 17 Dienstvereinbarungen aus der Landesverwaltung NRW (Prof. Dr. Martina Eckert, Video-Clip). Der Forschungsbericht wurde als Handreichung für die Verwaltungspraxis konzipiert. Sie hat das Ziel, Behörden bei der Modifizierung und Neuformulierung von Dienstvereinbarungen zu unterstützen und Beispiele aus der Referenzgruppe zu liefern.

 

 

Tucholskis Polizei

Heike Wüller - 2020

 

Heike Wüller kommentiert in unserer Rubrik Gedankens-Wert Tucholskis Essay zur Polizei. Hier ist die Veröffentlichung dazu.

 

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Welche Führung braucht Verwaltung zur Bewältigung einer komplexen Zukunft?

Martina Eckert - 2020

 

Martina Eckert publizierte den Beitrag zur Zukunftsfähigkeit von Führung in der Verwaltung im Kontext des Dialogs der Hochschulen für den öffentlichen Dienst in Deutschland. Das Praxis- und Forschungsnetzwerk HöD trifft sich regelmäßig zum Austausch und berät über die Schwerpunkte und Innovationen in der Ausbildung für Verwaltungsberufe.

 

Der Beitrag erschien bei Nomos im Buch von Beck und Stember 2020.

 

Interkulturelle Öffnung  -  Chancen und Hemmnisse bei der Ansprache von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund - Studie zur Attraktivität von Verwaltungsberufen

Martina Eckert - 2012/2018

 

Angesichts der Diskussion um die interkulturelle Öffnung der Verwaltung wenden sich Behörden und Kommunen aktiv an Schulabgängerinnen und Schulabgänger  mit Migrationshintergrund. Ob und wie erfolgreich entsprechende Werbemaßnahmen sind, ist von verschiedenen behördenspezifischen Faktoren abhängig, wie z.B. von der Werbestrategie oder der Sichtbarkeit des beruflichen Angebots. Noch relativ unbekannt ist die Dynamik auf Seiten der potenziellen  Bewerberinnen und Bewerber. Ist die öffentliche Verwaltung überhaupt generell für Schulabgänger/innen attraktiv  - wie passt sie zu den spezifischen Bedürfnissen und Zielen von jungen Menschen mit Migrationshintergrund und gibt es typische Hürden?

 

Im Rahmen zweier Untersuchungen wurde in Kooperation mit der Bezirksregierung Arnsberg in den Jahren 2012 und 2013 Schülerinnen und Schüler nach ihren Haltungen und Einschätzungen zur öffentlichen Verwaltung befragt – einmal im Rahmen einer Ausbildungsmesse (Juni 2012, N= 115) und einmal im Rahmen einer Befragung von Schülern und Schülerinnen im Unterricht der 9. Klasse (April 2013, N=453). Durch einen Vergleich von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund ist es möglich, einige Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zu beleuchten, die wertvolle Hinweise für die zukünftige Ansprache der Zielgruppe liefern können.

 

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Die Rolle von Verwaltung in Friedensprozessen

Martina Eckert & Werner Glenewinkel - 2006

 

Schon 2006 entwickelten Werner Glenewinkel (Jurist) und Martina Eckert (Psychologin, beide FHöV NRW) den Studienbrief "Die Rolle von Verwaltung in Friedensprozessen" für den "Master of Peace Studies" der Fern-Universität Hagen.

 

Mit steigender Relevanz von Partizipation und globaler Vernetzung ist das Angebot so aktuell wie nie. Verwaltungshandeln über Grenzen hinweg und Settings, die Verhandlung benötigen, wollen gelernt sein. Wie das im Kontext von Friedenseinsätzen gelingen kann, beschreibt der Studienbrief exemplarisch aus verschiedenen fachlichen Perspektiven. Der Transfer auf weitere Bereiche gelingt problemlos.

 

Wie stellen hier den Studienbrief ein. Im Jahr 2010 wurde der Master-Studiengang Peace Studies leider von der Fern-Uni Hagen wieder vom Markt genommen.   

 

"Der Umgang mit Verwaltung gehört zu den Selbstverständlichkeiten sowohl des privaten wie auch des professionellen Alltags. Von der Rolle, die Verwaltungen in Gesellschaften spielen, und von der Art und Weise wie öffentliche Verwaltung funktioniert, sind gesellschaftliche (Veränderungs-)Prozesse in hohem Maße abhängig. Insofern erscheint es nahe liegend, in einem Studiengang, der Friedens- und Konfliktprozesse reflektiert, auch verwaltungswissenschaftliches Wissen explizit zu behandeln. Der Anspruch der Interdisziplinarität stellt sich jedoch nicht allein zwischen Verwaltungswissenschaft und anderen Disziplinen, sondern auch die Verwaltungswissenschaft selbst löst sich von ihrer engen Bindung an die Rechtswissenschaft und bindet Fragestellungen der Psychologie, der Soziologie und anderen Kultur- und Sozialwissenschaft mit ein: Verwaltungsakte werden nicht mehr allein unter dem Aspekt der Umsetzung von Gesetzen und Verordnungen betrachtet, sondern der Bürger/die Bürgerin wird konzeptionell als ebenbürtiges Subjekt (marktwirtschaftlich gesprochen: Kunde) akzeptiert. Dies prägt nicht nur das individuelle Verhalten des Bürgers/der Bürgerin auf der einen und dem Verwaltungsangestellten auf der andern Seite, sondern verändert auch die Zusammenarbeit zwischen sozialen Einheiten, z.B. Nichtregierungsorganisationen und öffentlichen Verwaltungen. Trotz oder auch wegen dieser Varianzen ist es bedeutsam, sich darüber klar zu werden, wie ein Verwaltungssystem funktioniert, welche Prämissen und Implikationen sich hinter Verwaltungshandeln verbergen und wie damit umzugehen ist. Umso wichtiger wird dies, wenn es sich bei dem Gegenüber nicht um die Verwaltung des eigenen Verwaltungs-Kulturraums handelt, sondern wie bei Friedenseinsätzen um so genannte Vor-Ort-Verwaltungen...." aus dem Vorwort des Studienbriefes von Eckert & Glenewinkel (2006).
 

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